Schlecht

Wenn es GUT gibt, muss es auch SCHLECHT geben…

Daher stelle ich euch hier meine „Flop“ 10 an Inhaltsstoffgruppen vor, die wir besser meiden sollten und von denen unsere Haut definitiv nicht profitiert. Ich werde diese Auflistung natürlich so aktuell halten wie es geht und auch immer wieder neue Stoffe hinzufügen, wenn ich welche finde, die wir auch lieber meiden sollten.

Stand: 26.05.2016


1. Alkohol
Ethanol, Alcohol, Alcohol denat., Ethyl Alcohol, Methanol, Isopropyl Alcohol, SD Alcohol, Benzyl Alcohol

Der Witz ist, der reine Alkohol wird auf sämtlichen Analyse Seiten als gar nicht so besonders schlimm deklariert, weil er vorwiegend als Konservierungsstoff verwendet wird und in Gesichtswassern sogar damit geworben wird, dass da Alkohol drin. Das liegt daran, dass der Alkohol fettige und zu Unreinheiten neigende Haut erfrischt, desinfiziert und entfettet. Allerdings gibt es hier schon den ersten Haken; denn bei Konzentrationen über 30% wirkt der Alkohol nicht mehr nett, sondern extrem reizend und austrocknend. Jetzt kommt der Zweite Haken: Da Alkohol in Deutschland versteuert werden muss, ist er dementsprechend kostenintensiv. Daher wird gerne auf Alcohol denat. zurück gegriffen. Das ist „billiger“ Alkohol. Genauer gesagt, er ist vergällt. Das bedeutet, ihm wurden Stoffe zugefügt, die Geschmack und Geruch verändern, sodass er ungenießbar wird. Und das meine Lieben, ist für unsere Haut der Sensenmann in Creme-Form! Bitte, bitte, bitte, macht einen großen Bogen um alles, was Alcohol Denat. beinhaltet! Es ist wie reines Gift für unsere Haut! Ich habe viel gelesen, was den Inhaltsstoff Alkohol angeht und ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass ich auch den reinen Alkohol nicht in meinen Produkten haben möchte. Der Alkohol entfettet gnadenlos. Er fegt alles von eurer Haut, was er kann, einfach alles! Und da liegt das Problem. Er entfernt auch die guten Fette, die unsere Haut braucht um ihre Schutzbarriere aufrecht zu erhalten, er löscht jegliche Feuchtigkeit, alle Stoffe, die diese Feuchtigkeit bewahren und alle Stoffe, die die Haut anregen ihren Job gut zu machen – er löscht alles! Dadurch trocknet die Haut Stück für Stück aus, es werden keine neuen Zellen produziert, denn alle dazu anregenden Stoffe wurden ja ausgelöscht. Die Haut vegetiert also langsam vor sich hin. Auch verliert sie ihre Barriere, als Folge trocknet sie aus, kann sich nicht mehr vor Wind und Wetter schützen, wird mehr und mehr gereizt und die Zellen sterben eine nach der anderen ab…bis eine juckende, gereizte,  trockene Haut übrig bleibt, die innerhalb kürzester Zeit um 20 Jahre gealtert zu sein scheint…danke, für mich muss das nicht sein! Aus eigener Erfahrung kann ich euch hier die heftige Wirkung von Alkohol berichten! Ich dachte ich tue meiner Haut etwas Gutes, es stand schließlich „für trockene und sensible Haut“ auf der Verpackung. Mit Alkohol an zweiter Stelle der Inci-Liste war das aber völlig unmöglich. Hätte meine Haut anfangen können zu weinen, hätte sie es sicher getan. Fortan achtete ich auf alle meine Inhaltsstoffe.

Aber: Auch hier muss man wieder in der Konzentration unterscheiden. Steht der Alkohol, oder Alcohol denat. an einer der letzten Positionen, können wir uns fast sicher sein, dass die Konzentration nur noch in etwa 5% beträgt. Und diese Menge verdunstet laut den Super-Twins beim Kontakt mit Luft – sprich beim Auftragen. Das könnte ich dann gerade noch vertreten.

Zweites Aber: Man darf den bis hierher genannten schlechten Alkohol nicht mit dem Guten verwechseln. Oft werdet ihr auch solche Namen auf den Listen lesen: Stearyl Alcohol, Lanolin Alcohol, Hexyldecanol, Octyldodecanol, Behenyl Alcohol, Isocetyl Alcohol, Lauryl Alcohol, Acetylated Lanolin Alcohol,  Arachidyl Alcohol, Batyl Alcohol. Das sind alles Fettalkohole, also nicht erschrecken! Sie sind gut! Sie fungieren quasi als Schmiermittel, halten unsere Haut weich und geschmeidig und sorgen dafür das die Feuchtigkeit gehalten werden kann. Das ist super!


2. Aluminium Salze
Auf de Inci Liste erkennt man die Aluminumsalze immer daran, dass vorher ein „Aluminum“ steht, z.B. Aluminum Isostearate – also ganz einfach! 😉 Besonders in Deos sind sie in den letzten Jahren in Verdacht geraten, dass sie krebserregend sind. Seitdem meiden viele Leute sämtliche Deos in denen Aluminumsalze drin sind. Auf einer Seite von der Apotheken Umschau konnte ich im Internet lesen, dass dieser Zusammenhang wissenschaftlich eigentlich noch gar nicht bewiesen ist. Trotzdem stand direkt im Nachsatz, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) trotzdem dazu geraten hat, den Konsum zu reduzieren. Aluminum gibt es auch z.B. in Lippenstiften, dann fungiert es als Farbpigment, aber selbst dazu hieß es, dass die Konzentration an Aliuminum Salz immer noch im tolerierbaren Bereich läge, wenn man seinen Lippenstift komplett abschneiden und essen würde…ihhh welch Gedanke! Fazit? Aluminumsalze sind zugegebenermaßen für mich ein großartiger Stoff in Deos. Nur MIT den Salzen funktioniert ein Deo bei mir wirklich gut. Da es aber Alternativen gibt, werde ich den Stoff meiden so gut es geht – auch in meinen Deos! Ausschluss jeglicher Risiken, kann ja nicht schaden 😉


3. Duftstoffe (Parfum)
Alpha-Isomethyl Ione, Benzyl Alcohol, Benzyl Salicylate, Citral, Citronellol, Geraniol, Hexyl Cinnamal, Linalool, Limonene

Allen voran natürlich das „reine“ Parfum. Wichtig hierbei zu wissen ist, dass „Parfum“ bloß ein Sammelbegriff für alle Duftstoffe ist, die enthalten sind und die nicht deklarationspflichtig sind. Die oben genannten müssen dagegen extra deklariert werden. Da aber Allergiker ja nicht zwangsläufig gegen alle Duftstoffe allergisch sind, ist es enorm schwierig für Betroffene eine passende Creme zu finden. Nicht umsonst gehören Duftstoffe zu den 20 häufigsten Allergieauslösern. Das schlimmste: Sie sind enorm hautreizend! Juckende, gerötete Haut, Ausschläge, tränende Augen…die Symptomliste ist lang. Besonders sensible Haut verträgt sie oft nicht, selbst wenn eigentlich gar keine Allergie besteht. Stelle ich mir jetzt eine Augencreme vor, die stark beduftet ist, graust es mir davor, was meine Augen durchmachen.


4. Konservierungsstoffe
Formaldehyd, Triclosan

In aller Kürze: Formaldehyd wird eingesetzt, weil es die Bildung von Mikroorganismen verhindert. Es ist als krebseregend eingestuft, darf in Konzentrationen aber in Konzentrationen von 0,05 % und 0,2 % noch eingesetzt werden. Für mich unverständlich! Hinzu kommt, dass es zellschädigend und allergisierend ist. Welch Teufelszeug! Triclosan verhält sich ganz ähnlich. Erlaubte Höchstkonzentration beträgt o,3 % und 0,2 % für Mundwasser. Auch das ist für mich unverständlich, denn Triclosan ist toxisch, kann krebserregende Nitrosamine bilden, ist Eiweiß- und erbgutverändernd und ist allergisierend.


5. Mineralöle
Mineral Oil, Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina, Microcrystallin Wax, Ozokerit, Ceresin, Vaseline

Wusstet ihr, dass Mineralöle aus Erdöl hergestellt werden? Wir schmieren uns Erdöl ins Gesicht! Allein dieser Gedanke ist es Wert auf Mineralöle zu verzichten.Sie werden eingesetzt, weil sie enorm kostengünstig sind und in der Regel keine Allergien auslösen.  Außerdem braucht die Industrie weniger Konservierungsstoffe, da Mineralöl nicht so schnell ranzig wird. Durch das Mineralöl, bildet sich eine dicke Schicht auf der Haut, die jeglichen Wasserverlust sofort stoppt. Die Folge: Die Haut fühlt sich weich und gesund an. Der Haken: Diese Schicht bringt alles zum erlahmen. Sie dichtet die Haut komplett ab und lässt nichts mehr durch. Alle Regenerationsprozesse stoppen und wir erzielen  das Gegenteil von dem was wir wollen: Die  Haut trocknet aus und es bilden sich Falten ohne Ende. Weiter unterbindet es die Hautatmung, ist komedogen (das bedeutet es fördert die Bildung von Pickeln, Mitessern und Unreinheiten) und kann sich in Leber, Niere und Lymphkoten anreichern. Deutlich bessere Alternativen bieten pflanzliche Öle. Also nein Danke Mineralöl!


6. Palm Öl
Hier geht es jetzt um einen Inhaltsstoff der an sich überhaupt nicht schlecht ist, sondern sogar eher gut. Aber auch hier gibt es wieder einen Haken, deswegen möchte ich ganz kurz darüber reden: Palmöl ist das billigste und meist verwendete Pflanzenöl weltweit und eigentlich ein wahrer Hautschmeichler! Es macht unsere Haut weich, geschmeidig und fühlbar samtig. Leider, leider führt die Palölproduktion zur massiven Zerstörung des Regenwaldes und das hat verheerende Folgen für alle Beteiligten: Biodervisität, Klima, Bevölkerung, alles leidet…nur um mal einige wenige Beispiele zu nennen. Mehr und mehr Regenwald wird gerodet, um noch mehr Palmöl Plantagen zu pflanzen. Da es auch hierfür längst gute Alternativen gibt, möchte ich auch das nicht unterstützen! Ob ihr das genauso seht, ist natürlich euch überlassen. Palmöl lässt sich schwer erkennen. Ich lasse immer meine App von codecheck.info über meine Produkte laufen, bevor ich sie kaufe. Die sagt mir, ob ein Inhaltsstoff aus Palmöl hergestellt worden ist oder nicht. Mögliche Beispiele für Palmöl sind folgende: Zinc Stearate, Retinyl Palmitate, Palmitate, Sodium Palmate, Sodium Palm Kernelate, Sodium Stearate, Cetyl Alcohol, PEG-20 Stearate, Glyceryl Stearate, Cetearyl Alcohol …


7. Parabene
Calcium Paraben, Hexamidine Paraben, Potassium Paraben, Methylparaben, Propylparaben,  Ethylparaben, Butylparaben

Eine für mich ganz gruselige Inhaltsstoffgruppe! Ursprünglich werden sie als Konservierungsstoffe eingesetzt. Da sie von ihrer Struktur her dem weiblichen Hormon „Östrogen“ sehr ähneln, stehen sie im dringenden Verdacht hormonaktiv zu sein und in den Hormonhaushalt des Nutzers einzugreifen. Außerdem behindern sie die Enzymaktivität der Haut  und werden auch jedesmal in Brustkrebstumoren nachgewiesen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung misst den Parabenen trotzdem nur eine geringe Toxizität bei. Gleichzeitig gehören sie zu den Top 20 der häufigsten Allergieauslöser. So richtig wissenschaftlich bewiesen ist das alles nicht, aber die Fakten sprechen für sich. Besonders weil Parabene nicht zwangsweise in unserer Kosmetik drin sein MÜSSEN, fällt mir die Entscheidung nicht schwer, einfach auf sie zu verzichten. Auch hier steht euch die Entscheidung natürlich frei.

Mehr darüber zu lesen auf Beyer & Söhne


8. Silikone
Dimethicone, Methicone, Polysiloxane, Cyclomethicone

Sie haben den meisten sofort Effekt und sind daher beliebt, bei Herstellern, die mit Werbeversprechen wie “ Ein sichtbarer Erfolg schon nach drei Anwendungen“ werben. Und es ist tatsächlich so. Silikone legen sich als unsichtbare Schicht auf unsere Haut, haben einen weichzeichnenden Effekt, lassen Fältchen unsichtbar erscheinen, füllen grobe Poren und machen die Haut geschmeidig. Doch das alles ist nur ein Effekt von kurzer Dauer. Längerfristig betrachtet, verstopfen sie durch die Schicht auf unserer Haut, wichtige Stoffwechselprozesse. Andere Stoffe können z.B. nicht mehr in die Haut eindringen, werden blockiert. Verwendet man Silikon in Schampoos, werden die Haare erstmal schön weich, aber dann bekommt man zusätzlich das Problem, dass sich das Silikonöl nicht auswaschen lässt. Die Schicht Silikon wird also dicker und dicker, solange bis die Haare schwer werden und auch hier keine „guten“ Stoffe mehr wirken können.


9. Tenside/Emulgator
Öl und Wasser lassen sich ja bekanntlich nicht mischen. Öl schwimmt immer oben, wenn man es versucht. Durch die Tenside ist das jedoch möglich! Mit Emulgatoren auch. Grundsätzlich also eher positiv, denn diese Fähigkeit wird vor allem in Schampoos gerne genutzt, um Fett- und Schmutzpartikel einfacher vom Körper und aus den Haaren zu entfernen (z.B. nachdem wir viel geschwitzt haben). In unseren Cremes bilden sie die wichtigste Grundlage, um fetthaltige Hautcremes herzustellen. Schön und gut. Der Haken? Es gibt nicht nur milde Tenside, sondern auch solche, die richtig übel reizen und unsere Haut irritieren. Viele Menschen reagieren mit Hautunverträglichkeiten, in Form von Ausschlägen, jucken, Rötungen, Schwellungen…Bei Emulgatoren ist das Problem, dass sie auch auf der Haut weiter emulgieren, nachdem sie Wasser und fett gebunden haben. Beim waschen wird dann alles Fett der Haut einfach weg gespült. Immer und immer wieder. Die Haut trocknet dadurch systematisch aus. Sie tragen für gewöhnlich PEG in der Bezeichnung oder enden auf “-eth”, wie z.B. Ceteareth-8.

Zurück zu den Tensiden: Hier ein Überblick, den ich von Kosmetik-Check habe (März 2012, vom 26.05.16):

Nicht/kaum irritierend: Coco Glucoside, Decyl Glucoside, Disodium Cocoyl Glutamate, Laurdimonium Hydroxypropyl Hydrolyzed Wheat Protein, Lauryl Glucoside, Sodium Cocoamphoacetate, Sodium Cocoyl Glutamate, Sodium Cocoyl Hydrolyzed Wheat Protein Glutamate, Sodium Cocoyl Hydrolyzed Wheat Protein, Sodium Lauryl Glucose Carboxylate & Lauryl Glucoside, Sodium Lauroamphoacetate

mäßig irritierend: Cocamidopropyl Betaine, Disodium Cocoamphodiacetate, Disodium Laureth Sulfosuccinate, Sodium Coco Sulfate

irritierend: Ammonium Lauryl Sulfate, Sodium Laureth Sulfate, Sodium Lauryl Sulfate, Sodium Lauryl Sulfoacetate, Sodium Myreth Sulfate


10. UV-Filter
Oxybenzone

Dies ist nur einer von vielen UV-Filtern und natürlich sind nicht alle schlecht. Diesen möchte ich euch aber einmal vorstellen. Das Sonnenschutz Thema ist gewaltig und umfangreich mit lauter gegensätzlichen Meinungen, sodass ich eigentlich gar nicht recht weiß wie ich das hier zurecht kürzen soll. Wichtig für den Sonnenschutz sind die Filtersubstanzen, die das Sonnenlicht absorbieren (chemische UV-Filter) und diese in  Wärme umwandeln. Oder mineralische UV-Filter, die das Sonnenlicht reflektieren. Oxybenzone ist einer der chemischen UV-Filter. Allerdings hat er folgende Nebenwirkungen und ist daher doch eher kontraproduktiv: er kann unser Erbgut verändern, ist hormonaktiv, besitzt stark allergisierendes Potenzial, ist oft an Hautirritationen beteiligt und steht im Verdacht zellschädigend zu sein.


Quellen:

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