Sonnenschutz! Täglich? Oder nur wenn die Sonne scheint?

Hej ihr Lieben schön, dass ihr hier seid!

Jetzt wo die Tage wieder wärmer und sonniger werden hat mich das Thema Sonnencreme wieder stärker beschäftigt. Eigentlich beschäftigt es mich schon länger, denn man liest und hört so viele Meinungen darüber, dass ich lange echt nicht wusste, was ich denken und tun soll. Irgendwann ging mir ein Licht auf und entschied einfach das zu tun was ICH für richtig hielt. Also verzichtete ich auf Sonnencreme. Ich dachte mir, seit eh und je leben die Menschen ohne und die sind auch nicht daran gestorben.

Ich lief also fröhlich durch die Welt und war überglücklich, dass ich endlich eine Entscheidung getroffen hatte.

Vor ein paar Monaten, kurz vor dem Winter, habe ich dann angefangen Produkte mit Retinol, Niacinamiden und Salicylsäure zu benutzen. Ich dachte mir nichts dabei, blieb bei meiner Entscheidung.

Doch diese Woche, als sich endlich mal wieder die Sonne blicken lies und ich überglücklich raus rannte, um sie zu begrüßen, da kam ich nach einer halben Stunde wieder rein und hatte einen Sonnenbrand im Gesicht! Ich war baff … und setzte mich an den Computer.

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Pros and Cons

Es gibt zwei geteilte Lager: Die Einen, die behaupten ohne täglichen Sonnenschutz auch im Winter, würde unsere Haut Hautkrebs entwickeln uns schneller altern, da sich aufgrund der UV Strahlung tiefe Falten entwickeln.

Das andere Lager behauptet, dass wir unsere Haut mit anderen Dingen schaden und belasten, wenn wir Sonnenschutz tragen: z.B. mit schlechten Inhaltsstoffen und unzureichenden UV-Filtern und sie so die Fähigkeit des Selbstschutzes verlieren würde.

Pros

Einen heftig langen und ausführlichen Artikel zu zwei absoluten Verfechterinnen von täglichem Sonnenschutz findet ihr auf dem Blog von den supertwins.

Grundsätzlich muss uns erstmal klar sein, dass es zwei Arten von UV Strahlung gibt: Die UV-B Strahlung und die UV-A Strahlung. Die UVB Strahlung ist die typische Strahlung, mit der wir einen Sonnenbrand bekommen, wenn wir zu lange am Strand lagen. Die UVA Strahlung wird hingegen für alle interessant, die sich mit Anti Aging auseinander setzen. Die UVB Strahlung durchdringt die ersten Schichten der Haut und verursacht Sonnenbrand. Im schlimmsten Fall entwickelt sich daraus sogar Hautkrebs. Die UVA Strahlung hingegen durchdringt viel tiefere Schichten unserer Haut und zerstört dort die Kollagenschicht. Diese ist normalerweise dafür verantwortlich unsere Haut straff und fest zu erhalten. Wird Kollagen zerstört, wird die Haut schlaff und bildet Falten.

UVA Strahlen sind das ganze Jahr über gleichmäßig und kontinuierlich vorhanden. Weder Fensterscheiben noch Wolken halten sie auf. Das gesamte Jahr über wird unsere Haut also von ihr angegriffen und zerstört Hautzelle um Hautzelle, die für die Kollegenproduktion zuständig wäre. UVB Strahlen sind etwas wechselhafter. Ihre Intensität schwankt. In den Sommermonaten und um die Mittagszeit ist die Sonne am stärksten und damit auch die Intensität der UVB Strahlen. Jene sind es, die uns braun werden lassen.  Das Braunwerden ist ein weiteres Zeichen für geschädigte Hautzellen. Die UVB Strahlung dringt in die oberen Hautschichten ein, schädigt die Hautzellen, es wird Melanin gebildet und die Hautzellen färben sich braun. Dies dient als Schutz vor weiterem verbrennen der noch gesunden und der schon geschädigten Hautzellen. Bleiben wir jetzt aber zu lange in der Sonne, sodass die Melaninproduktion unseres Körpers nicht mithalten kann, verbrennt unsere Haut im wahrsten Sinne des Wortes und wir haben einen Sonnenbrand.

„Wenn sich die Haut bräunt, werden Hautzellen durch UV-Strahlen geschädigt. Das gilt auch, wenn kein Sonnenbrand entsteht. Diese Schädigung beschleunigt die Hautalterung und erhöht das Hautkrebsrisiko.“

Der Körper merkt sich übrigens jeden einzelnen Sonnenbrand und verlangt am Ende des Lebens Wegzoll. Je länger wir in der Vergangenheit unsere Haut mit Sonnenstrahlung konfrontiert haben, desto eher entstehen im Alter die sogenannten „Pigmentflecken“ oder „Altersflecken“. Als Reaktion auf UV-Strahlen bildet sich Melanin.  Die Melanozyten produzieren den dunklen Hautfarbstoff, der uns braun werden lässt. Diese Bräune dient als Schutz vor weiteren Schäden. Das hatten wir eben schon. Wenn in den Melanozyten alles normal verläuft, ist unsere Bräune gleichmäßig. Bei einer Störung bilden sich vereinzelt (permanente) Pigmentflecken. Je mehr Sonne, desto mehr Flecken. Allerdings ist auch hier wieder alles nur ein „kann“, kein „muss“. Fakt ist aber, wer in der Jugend viel in der Sonne war, für den erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, im Alter Pigmentflecken zu bekommen.

Das heißt, wer Wert auf schöne, gesunde Haut, ohne Altersflecken, Hautkrebs oder zerstörte Hautzellen legt, der benutzt 365 Tage im Jahr eine Sonnencreme! Vorzugsweise an den Stellen, die auch im Winter von der Sonne erreichbar sind: Gesicht, Hals und Hände. 

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Wie vermeidet man nun einen Sonnenbrand und die Schädigung durch UVA und UVB Strahlen? Na klar, durch Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor (LSF)! Aber wie hoch sollte der sein? Früher habe ich immer gedacht, je höher der Faktor desto besser bin ich geschützt und kann den ganzen Tag am Strand herum laufen. Das stimmt so leider nicht ganz. Der LSF gibt nämlich nur an, um wie viele Minuten ich meinen Eigenschutz der Haut verlängern kann. Sprich, wie viel länger ich in der Sonne bleiben kann, bis ich einen Sonnenbrand bekomme, als ohne Sonnenschutz. Außerdem bezieht sich der LSF auch nur auf den Schutz vor UVB Strahlung. 

„Beispiel: Hauttyp I darf ohne Sonnenschutz ca. 10 Minuten in die Sonne. Bei einer Sonnencreme mit LSF 50 ergibt sich folgende Rechnung: Eigenschutzzeit x LSF = verlängerte Eigenschutzzeit bzw. maximale Zeit in der Sonne. Das sind 10 x 50 = 500 Minuten = 8 Stunden. Hauttyp I darf sich 8 Stunden in der Sonne aufhalten, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren.“

Je höher der LSF, desto besser sind wir zwar geschützt, aber immer nur in unserem eigenen Vergleichsrahmen. Wenn Hauttyp I und Hauttyp III den gleichen LSF auftragen, kann Hauttyp III trotzdem länger in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu erleiden, als Hauttyp I. Daher ist trotz LSF immer Vorsicht geboten!

Cons

Eine wunderbar entgegengesetzte Meinung findet ihr bei Beyer&Söhne.

Sie sagen auf ihrer Homepage ganz klar:

„UV-Strahlen schädigen die Haut und lassen sie altern. Das ist bekannt und darum gibt es immer mehr Tagescremes, die gleichzeitig einen Lichtschutzfaktor (LSF) ausweisen. Was gut klingt, ist aber noch nicht gleich eine gute Idee. Denn diese Cremes bringen ihre eigenen Probleme mit sich.“

Grundsätzlich ist es also richtig, dass UV Strahlen die Haut altern lassen, da freie Radikale gebildet werden. Greift man jetzt zur Sonnencreme, reduziert man diese Stressquelle, damit die Zerstörung der Hautzellen und damit die Faltenbildung. Wenn das mal so einfach wäre… Denn wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass es utopisch ist, zu denken, dass eine Sonnencreme wirklich zu 100% alle UV-Strahlen aufhalten könnte. Einige wenige kommen immer durch. Außerdem entstehen auch ohne Sonneneinwirkung freie Radikale. Das ist ein ganz natürlich Prozess des menschlichen Körpers.  Folglich können wir das Grundproblem höchstens verringern, niemals aber beseitigen.

Es gibt übrigens zwei verschiedenen Arten von Schutzstoffen, den sogenannten „UV-Filtern“: mineralische Filter und chemische Filter. Mineralische UV-Filter schützen die Haut vor UVB- und UVA-Strahlung. Bisher nahm man immer an, das mineralische Filter das Sonnenlicht reflektieren, also nicht in die Haut eindringen, wodurch sie für sensible Haut besser verträglich sind. Allerdings habe ich einen Artikel entdeckt, der etwas anderes herausgefunden haben will. 

Chemische UV-Filter (organisch) werden von der Haut absorbiert und wandeln UV-Strahlen in Wärme um, welche freigesetzt wird und der Haut nicht mehr schaden kann. Beispiele für diese Art von UV-Filtern sind z.B. folgende Stoffe: 

„Ethylhexyl Methoxycinnamate, Butyl Methoxydibenzoylmethane, Octyl Methoxycinnamate, Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine, Phenylbenzimidazole Sulfuric Acid“

Das Prinzip klingt gut, leider haben sie einen ganz großen Nachteil: Sie sind unter UV-Strahlung häufig nicht stabil. Das bedeutet, die Stoffe, die uns vor der UV-Strahlung schützen sollen, zerfallen während der Strahleneinwirkung in andere Stoffe, die unsere Haut wiederum schaden können.

Viel besser ist also die Option den eigenen Schutzmechanismus unseres Körpers zu unterstützen und zu stärken: Melanin und Antioxidantien. Zu den Antioxidantien zählen z.B. Vitamine. Besonders das Vitamin E ist ein großartiger Radikalfänger und kann der Haut somit wunderbar helfen. Es ist somit ein natürlicher Sonnenschutz und vor allem in Kombination mit Q10 empfehlenswert, da Q10 das Vitamin E wieder auflädt. 

Eine weitere wunderbare Alternative ist das Melanin. Das sind Moleküle, die die Haut braun erscheinen lassen. Wie oben schon erwähnt, schützt das Braunwerden vor weiteren Schäden. Melanin hat im Gegensatz zu den chemischen UV-Fltern auch keine schädlichen Abbauprodukte. Es lagert sich um den Zellkern an und schützt damit genau dort, wo es gebraucht wird. Würden wir nun ständig einen Sonnenschutz benutzen, würde der die Produktion von Melanin hemmen und unsere Haut über die Dauer der Zeit sogar noch empfindlicher gegen Sonne machen, als vorher.

Fazit

Im ersten Moment sieht es also wie eine gute Idee aus: Wir nehmen unserer Haut Arbeit ab, um sie zusätzlich noch zu schützen. Doch die Nachteile von Sonnencremes sind meiner Meinung nach leider zu wenig beachtet. 

Schauen wir zurück auf die ursprüngliche Frage „Täglich Sonnenschutz oder nur wenn die Sonne scheint?“, bin ich zu der Meinung gekommen, dass täglicher Sonnenschutz überflüssig ist. Weiß ich, dass ich Tag X in der prallen Sonne am Strand verbringen werde, ist Sonnencreme natürlich Pflicht! Nicht das wir uns hier falsch verstehen. Es ging um die Frage, ob wir täglich, also auch im Winter Sonnencreme benutzen sollten. Das verneine ich. Ich denke, man sollte die Haut einfach ihren Job machen lassen. Altersflecken und Falten entstehen meiner Meinung nach, wenn ich mich über Jahre nie eincreme, meine Haut nicht pflege und wenn ich zum Strand gehe und einen Sonnenbrand nach dem anderen kassiere, nicht aber, wenn ich im Winter mal keine Sonnencreme benutze. Unter dem Aspekt der vorzeitigen Hautalterung könnte man das schon wieder anders sehen, aber das ist etwas, dass jeder mit sich selbst ausmachen muss 😉

Anders verhält sich aber, wenn folgende Situation auftritt:

Wenn man Produkte benutzt, die die eigene Hautschutzbarriere aktiv schwächen! Dies können z.B. Produkte sein, die Niacinamide, Retinol oder Salicylsäure beinhalten. Denn dann ist die natürliche Schutzbarriere der Haut verringert und sie ist deutlich empfindlicher gegenüber UV-Strahlung. anders ausgedrückt: Sie ist zu empfindlich um alleine klar zu kommen. Da dies dann nicht „nur“ Sonnenbrand zur Folge hat, sondern auch vorzeitige Hautalterung habe ich für mich beschlossen, dass ich versuchen werde täglich Sonnenschutz zu benutzen. 

Wer das auch machen möchte, sei es aus dem Aspekt der Produkte mit Säuren oder der vorzeitigen Hautalterung, für den habe ich  mal zwei Sonnenschutzprodukte herausgesucht, die ich gerne benutze und mit denen ich gut zurecht komme:

Ozon

1) Sunozon pure skin Sonnengel. 3,49€ für 100ml. vegan.

Aqua, C12-15 Alkyl Benzoate, Dibutyl Adipate, Ethylhexyl Salicylate, Glycerin, Butyl Methoxydibenzoylmethane, Bis-Ethylhexyloxyphenol Methoxyphenyl Triazine, Titanium Dioxide (Nano), Diethylhexyl Butamido Triazone, Tocopheryl Acetate, Caprylic/Capric Triglyceride, Dimethicone, Ethylhexyl Triazone, VP/Hexadecene Copolymer, Silica, Methicone, Phenylbenzimidazole Sulfonic Acid, Xanthan Gum, Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer, Carbomer, Caprylyl Glycol, Caprylhydroxamic Acid, Sodium Hydroxide, Diethylhexyl Syringylidenemalonate, Tetrasodium EDTA

Super fürs Gesicht! Fettet nicht, hält gut und irritiert meine Haut überhaupt nicht.


sudance

2) Sonnenmilch Schutz+Bräune LSF30, 200 ml. 4,45€ für 200ml. unklar ob vegan.

Aqua | Octocrylene | Ethylhexyl Stearate | Isopropyl Palmitate | Glycerin | Ethylhexyl Salicylate | Butyl Methoxydibenzoylmethane | Potassium Cetyl Phosphate | Titanium Dioxide (nano) | Cetearyl Alcohol | Panthenol | Tocopheryl Acetate | Alcohol | Tocopherol | Camellia Sinensis Leaf Extract | Juglans Regia Shell Extract | Isochrysis Galbana Extract | Caprylic/Capric Triglyceride | Parfum | Dimethicone | Polyglyceryl-2 Dipolyhydroxystearate | Silica | Methicone | Acrylates/C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer | Phenoxyethanol | Benzyl Alcohol | Aminomethyl Propanol | Tetrasodium EDTA | Citric Acid

Super für den Körper! lässt sich leicht auftragen und verteilen, stinkt nicht, weißelt nicht.

Soo ihr Lieben, was sagt ihr dazu? Benutzt ihr täglich Sonnencreme oder nur wenn die Sonne auch wirklich scheint?

Eure Vera

Quellen: 
https://www.beyer-soehne.de/uv-schutz-in-tagescremes/
http://super-twins.de/2014/07/02/sonnenschutz-wie-ein-haehnchen-in-der-sonne-brutzeln-never-again/
http://super-twins.de/wp-content/uploads/2016/06/Cole_et_al-2016-Photodermatology_Photoimmunology__Photomedicine.compressed.pdf

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6 Gedanken zu “Sonnenschutz! Täglich? Oder nur wenn die Sonne scheint?

  1. Toller, informativer Artikel!
    Ich habe mir zu dem Thema tatsächlich noch nie wirklich Gedanken gemacht, daher habe ich auch nie darauf geachtet, dass meine Gesichtscremes einen LSF haben. Im Sommer, gerade beim Baden, finde ich Sonnencreme aber ganz wichtig! Leider werde ich nämlich nicht braun 😉
    Liebe Grüße! =)

    Gefällt 1 Person

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