Mein Makeup Wörterbuch – die ungeschminkte Wahrheit über Fachbegriffe

Hej ihr Lieben, schön das ihr hier seid!

Wir stellen uns jetzt mal folgende Situation vor: Eine Freundin von mir hat eine neue Wohnung und sie hat mich und ein paare andere Mädels zur Wohnungsbesichtigung eingeladen. Stolz zeigt sie uns Raum für Raum, all die neuen Errungenschaften, die toll gestrichene Küche und vieles mehr. Die Stimmung ist gut, alle reden fröhlich durcheinander. Als wir das Highlight ihrer Wohnung erreichen, schlägt auch mein Herz gleich höher! Sie hat sich einen Schminktisch in ihr Schlafzimmer gestellt! Als hätte jemand einen Schalter umgelegt, brach die Begeisterung in mir aus und mich packte einer meiner Beauty Momente. Hemmungslos sprudelten die verschiedensten Wörter über Makeup, konturieren, baking,  Foundation, den neusten Primer und was man sonst noch alles mit dem Schminktisch machen kann, aus meinem Mund. Daraufhin breitete sich verdutzte Stille aus. Sie alle schauten mich aus Augen an, die mich zu fragen versuchten: „Vera, wovon zum Teufel redest du da eigentlich?“ Aber niemand traute sich. So vergingen etliche Sekunden der Stille, bis ich die Situation schließlich auflöste. Innerlich musste ich sehr lachen! Typisch Mensch. Niemand will Unwissenheit zugeben. Direkt einen Tag später erlebte ich aber eine ganze ähnliche Situation: Meine Mama schaute mich mit eben den gleichen irritierten Augen an und meinte schließlich nur: „Bald brauche ich ein Lexikon, wenn ich mich mit dir unterhalten will!“

Daraufhin kam mir die Idee! Die Lösung?! Ich schreibe euch hier mein eigenes kleines Wörterbuch über all die Makeup Begriffe zusammen, mit denen Laien nichts anfangen können und dessen Erklärung auch Schminkanfängern eine große Hilfe sein wird. Denn selbst wenn man denkt, man weiß schon alles – es gibt immer wieder etwas, das neu ist!

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Daher hier ganz clean beschrieben, was welcher Begriff genau meint:

A

Augenbrauenstift / -puder / -gel
Es gibt sie in den unterschiedlichst Farben und von allen Marken dieser Erde. Da ist es manchmal schwer sich zu entscheiden. Ganz kompliziert wird es dann, wenn man sich auch noch für Art des Produktes entscheiden muss. Gel? Puder? Stift? Was ist das richtige für mich? Generell möchte man mit diesen Produkten seine Augenbrauen verdichten und in Form bringen. Vielleicht möchte man sie verlängern, weil sie zu kurz sind. Oder man möchte sie breiter malen, weil sie sehr schmal und kaum sichtbar sind. Generell empfehle ich folgende Kombinationen: Wer auf der Haut komplett neue Härchen malen möchte, um dort Augenbrauen vorzutäuschen, wo keine sind, dem empfehle ich ein Augenbrauenstift. Dieser verschmiert nicht so schnell, hält gut auf der Haut und sieht natürlicher aus als Augenbrauengel.  Dieses ist hingegen sehr deckend und kann die Augenbrauen schnell künstlich aussehen lassen. Dies ist geeignet für Damen, die schon genug Augenbrauenhärchen haben und diese nur ausfüllen oder breiter zeichnen möchten, weil vielleicht Lücken vorhanden sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch das Gel die Brauen automatisch etwas an Festigkeit gewinnen und besonders buschigen Augenbrauen weniger schnell ihre Form verlieren. Außerdem verwischt es nicht so schnell wie Puder. Ein Nachteil ist, dass man hier mit einem Pinsel arbeiten muss und das noch sehr genau, denn Augenbrauengel lässt sich eher schwer wieder korrigieren, weil seine Konsistenz so fest ist. Ich habe es schon oft erlebt, dass ich mir beim Korrigieren meine Foundation mit weggewischt habe und dann mit Concealer wieder alles ausbessern musste. Ein Puder dagegen hat ein sehr natürliches Finish, ist schnell und einfach aufzutragen, kann aber je nach Hauttyp gerne mal verwischen. Es eignet sich auch sehr gut zum Ausfüllen. Letztlich gilt aber: ausprobieren, was euch am ehesten liegt!


B

Baking
Dies ist eine Schminktechnik, um den Concealer zu setten. Manchmal wird sie auch mit dem Begriff „Cooking“ betitelt. Natürlich hat das ganze nichts mit Backpulver oder irgendwelchen anderen Techniken aus der Küche zu tun. Ursprünglich kam diese Technik sogar aus der Dragqueen Szene und wird mittlerweile auch bei einer gut geübten Beauty Queen in den heimischen vier Wänden angewendet. So funktioniert’s: Concealer überall dort auftragen wo man ihn haben möchte und direkt im Anschluss, lange bevor er die Chance hat sich abzusetzen und in die Fältchen zu kriechen, trägt man eine übertrieben große Menge an weißem loosen Puder auf diese Stellen auf. Wirklich richtig viel! So viel, das man aussieht wie ein Gespenst! Aber auch nur dorthin wo Concealer aufgetragen wurde. Das lässt man dann gut 5 bis 10 Minuten einwirken. In der Zeit kann man wunderbar seine Augenbrauen machen und mit dem Augenmakeup beginnen. Die Wirkung von diesem Gruselspiel ist dann folgende: Das Puder entzieht dem Concealer all sein fett. Dadurch wirkt die Haut, wenn man das übrig gebliebene Puder nach 10 Minuen einfach wieder von seinem Gesicht wischt, mattiert und makellos, weil das Puder dem Concealer geholfen hat, sich richtig in die Haut zu arbeiten. Haut, Foundation und Concealer bilden nun eine makellose Einheit. Zweiter Effekt: Die Stellen, die mit dem Puder bearbeitet worden sind, werden automatisch gehighlightet. Das heißt, die Partien werden aufgehellt und strahlen nun besonders schön. Genau das wollen wir! Aber Vorsicht: Wer das woanders als unter den Augen nicht mag, sollte den Concealer an den übrigen Stellen nicht mit weißem losen Puder setten, sondern einfach mit dem, welches immer genutzt wird.

Base
Die Base ist die Grundlage unserer Arbeit: Ein Produkt, das uns hilft eine Basis zu schaffen, auf der wir unsere Haut wie ein Gemälde bemalen können. Diese Aufgabe übernimmt ein sogenannter Primer. Daher hört man oft den Satz: „Als Base benutze ich den Primer von…“. Genau genommen sind Base und Primer also das gleiche. Sie bereiten unser Gesicht optimal auf die folgenden Produkte vor, lassen im Idealfall die Foundation besser aussehen und länger halten und können manchmal sogar porenverfeinernd wirken. Je nachdem welche Bedürfnisse die Haut hat, gibt es den passenden Primer. Habt ihr große Poren? Gibt es einen porenverfeinernden. Trockene Haut? Dann gibt es welche, die besonders feuchtigkeitsspendend sind. Rötungen im Gesicht? Dann gibt es sogar welche in grün, die rote Farbe ausgleichen. Fakt ist, ein perfektes Makeup ist nichts Wert ohne einen guten Primer!

Blush
Große Verwirrung herrscht oft bei diesem Begriff. Doch ein Blush ist nichts anderes als ein Rouge. Die ältere Generation wird eher den Begriff Rouge kennen. Mit den Jahren und vor allem durch die Beliebtheit um YouTube kam der Begriff Blush auf. Letztlich ist das eine nur französisch und das andere englisch. Ansonsten ist es genau das gleiche. Beides dient dazu auf den Wangen einen rosigen oder peach-farbenen Akzent zu setzen, der unseren Teint gesund und frisch aussehen lässt. Durch die Foundation haben wir schließlich alle Farbe aus unserem Gesicht weggenommen, also müssen wir sie wieder hinzufügen.

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Blush von Catrice

Bronzer
Hier und vor allem beim Konturieren scheiden sich die Geister etwas. Ich schreibe euch hier natürlich jetzt meine Meinung: Bronzer ist dazu da, dem Gesicht mehr Wärme zu verleihen. Weiter nichts. Bronzer ist immer dunkler als Foundation und soll eine sommerliche Bräune vortäuschen. Wir tragen ihn also überall dort auf, wo die Sonne unser Gesicht zu aller erst bräunen würde. Das ist meistens an der Stirn, den Schläfen, den Wangen und dem Kinn. Bronzer wird aber nicht zum konturieren benutzt! Das ist ein ganz großer Unterschied, den ich bei >Konturieren< nochmal erläutert habe. Daher kommt für mich ein Bronzer mit Schimmerpartikeln auch fast überhaupt nicht in Frage. Mit Bronzer wollen wir schließlich kein Highlight setzen. Wir wollen die Stellen, die wir mit Bronzer bearbeiten nicht hervorheben, sondern einfach nur etwas gesünder aussehen lassen – weniger blass eben. So als ob wir gerade aus dem Urlaub kämen. Natürlich alles in solch geringen Maßen, dass es eigentlich niemandem auffällt 😉 Die große Kunst des Schminkens ist schließlich, sich am Ende so schminken zu können, dass es niemandem auffällt…

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Bronzer von Catrice

C

Color Correcting
Dies ist auch eine sehr neumoderne Technik, die auf der Theorie der Komplementärfarben beruht. In der Farbenlehre geht es darum, dass jede Farbe einen Komplementärpartner hat. Eine Farbe, die im Farbkreis ihr Gegenüber steht – komplementär zu ihr ist. Die Theorie besagt, dass sich die Komplementärfarben ausgleichen können. Sie sind quasi jeweils das Gegenteil von sich. Dies nutzt man heute auch in der Makeup Branche: Blaue Augenschatten unter den Augen? Dann hilft ein roter bis rosa Concealer, den man noch unter der Foundation aufträgt. Rötungen im Gesicht? Dann hilft ein grüner Concealer. Blaue Adern auf den Augen? Hier hilft gelb. Gegen gelbe Pigmentflecken hilft wiederum blau. Mittlerweile gibt es also ganze Paletten mit den unterschiedlichsten bunten  Concealer Farben. In diesen finden sich dann sogar verschiedene rosa Töne, für verschiedene Blau oder Lila Schatten unter den Augen. Grenzen gibt es hier keine mehr!

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Color Correcting Palette von Makeup Revolution

Concealer
Eines er wohl bekanntesten Schminkhelferchen, die es gibt. Der Concealer! Generell ist er zum Abdecken von Hautunreinheiten und Augenringen gedacht. Mittlerweile wird er aber auch gerne zum Highlighten benutzt. Das heißt, man wählt den Concealer für die Augenringe eine Nuance heller aus, als der eigene Hautton ist. Dadurch wirkt der Bereich aufgehellt, strahlender und wacher. Niemand würde jetzt mehr glauben, das die Nacht vorher  aus  nur drei Stunden Schlaf bestanden hatte. Für kleine Pickelchen oder Flecken verwendet man dagegen einen zweiten Concealer, der sehr wohl die Farbe der eigenen Haut hat und in der Foundation verschwindet.  Es gibt sie mittlerweile flüssig, als Cream oder als Stick. Alle mit sehr unterschiedlichen Konsistenzen und unterschiedlicher Deckkraft. Auch hier gilt wieder: ausprobieren, was am ehesten zu einem selber passt!



E

Eyeliner
Auch wieder so ein Thema, wo ich innerlich oft die Augen rolle, wenn ich jemanden Sätze sagen höre wie: „Heute ist mir mein Eyeliner überhaupt nicht gelungen“. Da möchte ich mir am liebsten immer die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.  Der Eyeliner ist schließlich nur das Produkt und nicht das Ergebnis! Man kauft den Eyeliner in Stiftform mit Filzspitze, als flüssige Variante mit Gummispitze oder als Gel. Man trägt den Eyeliner am oberen Wimpernkranz auf und produziert einen Lidstrich. Man malt am oberen Augenlid eine Linie – Eye-liner. Am häufigsten vertreten sind die schwarzen Farben, aber Lidstriche kann man sich natürlich auch in allen möglichen anderen Farben ziehen. Das ist übrigens eine sehr hohe Kunst, sich einen Lidstrich zu  ziehen. Das verlangt viel Geduld und Übung, kann bei manchen Augen aber unglaublich große Unterschieden bewirken. Man möchte durch den Lidstrich (den man mit dem Eyeliner zieht) ein größeres Auge schminken. Optisch soll es geöffneter aussehen.

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Foto: http://www.elle.de



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Foundation
Auch ein Lieblingsthema von mir! Viele vermischen die Wörter „Makeup“ und „Foundation“ nämlich miteinander. Leider wird das Wort Makeup sogar manchmal noch als Synonym zur Foundation verwendet. Im ursprünglichen Sinne ist das Makeup nur der Überbegriff für ALLES, was wir uns ins Gesicht geben. Und die Foundation ist ein Teil davon. Sie ist, wie sage ich das am besten? Sie ist, die deckende Schicht. Sie macht unser Gesicht ebenmäßig, gleichmäßig und lässt Rötungen und Pickel verschwinden oder vermildern (je nach Deckkraft). Als Teenie dachte ich immer, die Foundation muss dunkler als der eigene Hautton sein, damit sie deckt xD Das ist natürlich totaler Quatsch. Die Deckkraft ist mit jeder Farbe gleich und es ist absolut NOTWENDIG, dass man sich seine Foundation möglichst in exakt der gleichen Farbe kauft, die der eigene Hautton hat. Und ja, das bedeutet, man muss im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter stets eine andere verwenden, wenn man der Jahreszeit entsprechend gebräunt ist. Das ist lästig, aber nicht zu ändern. Denn es sieht unmöglich aus, wenn der Kopf brauner ist als der Hals ist und zeugt einfach nur von schlechter Handwerkskunst.

Finish

Wenn jemand von einem Finish spricht, dann meint er das Endergebnis des Produktes. Das spielt immer dann eine Rolle, wenn man ein Produkt aufträgt, das während des Einwirkens seine Konsistenz ändert. Ganz bekannt für dieses Phänomen sind die aktuell so berühmten Liquid Lipsticks. Man trägt sie wie ein Lipgloss in flüssiger Form auf. Auf den Lippen werden sie aber z.B. trocken. Das Finish ist also matt. Es gibt auch welche, die man aufträgt und dann glänzen sie. Da wäre das Finish dann schimmernd. Man redet auch vom Finish, wenn man beschreiben möchte, wie sich die Produkte auf der Haut, auf den Lippen oder im Gesicht anfühlen. Sind sie cremig? weich? fest? matt? schimmernd? klebrig? Das alles sind die verschiedenen Ergebnisse = Finish.


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Gebackenes / gepresstes Puder bzw. Lidschatten

Es gibt drei Arten von Pudern: lose, gepresst und gebacken. Ebenso gibt es Lidschatten in diesen drei Formen. Der Unterschied zwischen gepresst und gebacken findet sich ausschließlich in der Herstellung wieder. Bei gepressten Produkten wird das Pudergemisch in ein Pfännchen gefüllt und so lange gepresst, bis es fest wird und nicht mehr aus dem Pfännchen rausfällt. Gebackenes Puder hingegen wird hergestellt, indem das Gemisch, das ursprünglich eine Crememasse ist 48 Stunden lang tatsächlich gebacken wird. Dadurch trocknet das Gemisch aus und behält seine Form. Das hat zur Folge, dass wir z.B. gebackenen Lidschatten stets in dieser lustigen Hügelform kaufen können. Seine Konsistenz ist oft seidenweich. Die Farbabgabe ist in der Regel genau gleich zu gepressten Varianten und es liegt am eigenen Geschmack, welche Form besser gefällt.


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Hihglighter

Der Highlighter ist meist der krönenden Abschluss eines jeden Makeups. Nachdem wir mit der Foundation alle natürlichen Konturen genommen haben und sie mit Bronzer, Blush und Konturpuder wieder hinzugefügt haben ist unser Gesicht meist komplett matt. Da auch das unnatürlich ist, da unsere Haut immer einen natürlichen Eigenglanz hat, wollen wir mit einem Highlighter auch diesen Effekt künstlich wieder hinzufügen. Hihlighter gibt es mittlerweile sowohl in Puder, – als auch in Cremeform und ist ein Produkt mit dem man Schimmer auftragen kann. Im ersten Moment sieht man nichts von dem Produkt auf der Haut, aber wenn man sich dann im Licht bewegt, taucht ein schöner, leichter Schimmer auf, der die natürlichen Lichtreflektionen unserer Haut vortäuscht. Man trägt ihn gerne auf den Wangenknochen, unter der Augenbraue, auf der Nasenspitze und dem Lippenherz auf.

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Mary-Loumanizer von the Balm

K

Kajal

Kajalstifte gibt es in den aller schönsten und aller schrecklichsten Farben! Es gibt sie als Kohle Kajal, die sich am Auge anfühlen, als würde man einen Bleistift benutzen, oder solche, die eine mehr gelige Textur haben. Es gibt sie in wasserfest und nicht wasserfest, in matt, in schimmernd … ich glaube es gibt sie mittlerweile in fast jeder erdenklichen Form und Farbe. Sie sind meiner Meinung nach die absoluten Allrounder unter den Schminkprodukten. Mann kann sie auf die Wasserlinien auftragen, aber eben so gut als Lidstrich tragen, oder nur am unteren Wimpernkranz malen, um etwas Farbe ans Auge zu bringen. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind fast unbegrenzt. Ich habe sogar einmal ein Video gesehen, da hat die Dame ihren Kajalstift als Lipliner benutzt, weil sie keinen farblich passenden Liner zu ihrem Lippenstift gefunden hatte. Warum nicht? ^^

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Contour & Glide Kajal von Trend IT Up

 

Konturieren

Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt! Denn es gibt noch soooo viele Unklarheiten da draußen, besonders auf YouTube bemerke ich oft, das Konturieren und Bronzer auftragen nicht klar differenziert wird. Ich kann sogar verstehen  warum: Die Krux ist, dass man sowohl Bronzer als auch Konturpuder an fast die gleichen Stellen aufträgt. Das führt leider oft dazu, dass sowohl die Produkte, als auch ihr Gebraucht vermischt und vertauscht werden. Bestes Beispiel: Der Hoola Bronzer von Benefit. Immer wieder erzählen YouTuber, dass sie damit ihr Gesicht konturieren. Aber er heißt ja sogar schon Bronzer. Warum denn also damit konturieren? Daher hier mal Klartext: Bronzer und Konturpuder sind NICHT das gleiche. Bronzer ist grundsätzlich wärmer. Viel wärmer. Ist ein viel helleres, meist orangestichiges Braun. Konturpuder hingegen soll möglichst aschig, dunkelbraun und kühl sein. Natürlich immer je nach Hauttyp und Bräunungsgrad. Jetzt zum Warum: Mit dem Bronzer wollen wir unser Gesicht aufwärmen, es gesund aussehen lassen, eine gesunde Bräune von der Sonne vortäuschen. Das Konturpuder hingegen soll versteckt Schatten werfen und Kontur zurück bringen, die wir unserem Gesicht vorher mit der Foundation geraubt haben. Das Konturpuder soll man später gar nicht sehen. Ganz klamm heimlich soll es unserem Gesicht verschiedene Schatten und Konturen wiedergeben, damit wir nicht maskenhaft aussehen, sondern lebendig. Unsere Nase, besonders vorstehende Wangenknochen, vielleicht sogar ausgeprägte Augenhöhlen, sie alle werfen natürliche Schatten, die in dem Ausmaße natürlich niemand sieht. Aber genau diese Besonderheiten verleihen unserem Gesicht unsere Einzigartigkeit. Die Foundation (warum auch immer) nimmt uns all dies und lässt alles ebenmäßig und gleich aussehen. Mit dem Konturpuder kann man Nasen schmaler wirken lassen, Wangen höher ziehen, oder ein kleines Doppelkinn verschwinden lassen. Mit Bronzer geht das nicht. Würden wir das gleiche mit Bronzer versuchen, würden wir aussehen als hätten wir Dreck an der Nase. Das Konturpuder muss immer unter den Bronzer, sonst wirkt die Illusion nicht. Würden wir nur mit Konturpuder herumlaufen, würde wir aussehen, wie eine Leiche. Den Bronzer trägt man daher immer über das Konturpuder auf.


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Lidstrich 

Die für mich immer noch schwierigste Angelegenheit: Der Lidstrich! Er ist der Strich am oberen Augenlid. Es gibt ihn mit Wing oder ohne. Je nachdem was man lieber mag. Der Wing ist der kleine Flügel, der noch über das Auge hinaus geht. Auf dem Bild unten seht ihr sehr schön, wie der Lidstrich sehr dick gezeichnet wurde. Die Frau auf dem Bild hat leichte Schlupflider. Ich persönlich hätte ihr von einem solchen Lidstrich abgeraten. Das macht das Auge im Gesamtbild klein und gedrungen. Lidstriche zieht man für gewöhnlich mit einem Eyeliner, den es in Stiftform oder als Gel gibt. Man kann aber auch genauso gut einen Kajal benutzen, um sich einen Lidstrich zu ziehen. Dem Handwerkszeug sind da keine Grenzen gesetzt.Generell soll er das Auge optisch größer wirken lassen. Bei bestimmten Augenformen erzielt der Lidstrich auch tatsächlich große Unterschiede. Alle die zu Schlupflidern neigen, denen würde ich empfehlen mehr mit Lidschatten zu arbeiten. Damit kann man den Schlupf recht gut verstecken.

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Foto: http://www.elle.de

Lidschatten

Lidschatten, auch eines der aller bekanntesten Produkte in der Schminkwelt. Sogar Männer können mit diesem Begriff meist etwas anfangen. Es sind die lustigen und bunten Puder, die man sich auf das Augenlid gibt. Es gibt sie in matt, cremig, pudrig und schimmernd. Im Pfännchen, als Stift oder im Tiegel. Auch hier hat sich das Repertoire der Kosmetikhersteller im Vergleich zu früher deutlich vergrößert. Es gibt sogar einen Primer extra für das Augenlid, der verspricht den Lidschatten noch strahlender zu machen und seine Farbe noch mehr ausprägen zu lassen. Totaler Quatsch wenn man mich fragt, Concealer reicht da völlig.

Loses Puder

Bei losem Puder habe ich mich damals ernsthaft gefragt, was das heißen soll. Wie kann Puder lose sein? Aber das Wort benennt tatsächlich nicht seine Funktion, sondern nur seine Form. So kann es loses Puder als Blush, Bronzer oder normales Puder geben. Hier auf dem Bild seht ihr sogar ein transparentes Puder, das man sich zum Mattieren aufs ganze Gesicht geben kann. „Lose“ bedeutet einfach nur, dass es weder gepresst noch gebacken ist, sondern lose in seiner Dose herum fliegt. Das macht seine Nutzung etwas anspruchsvoller, wenn man verhindern möchte, dass der gesamte Schminktisch voll Puder ist, aber seine Wirkung ist oftmals besser und verträglicher. Aber auch das ist Geschmackssache.

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Loose Powder von P2 cosmetics

 

Lippenstift, Lipgloss

Ich glaube zu Lippenstift und Lipgloss brauche ich kaum was sagen. Lippenstifte kennt sogar die Männerwelt. Es gibt sie klassischerweise in Stiftform, oder als „Liquid Lipstick“, der die besondere Eigenschaft hat, ein anderes Finish anzunehmen, als seine Konsistenz war. Es gibt sie mit einem matten, cremigen und metallischen Finish. Besonders berühmt sind die matten Liquid Lipsticks. Dies sind flüssige Produkte, die auf den Lippen trocken und matt werden.
Lipgloss hingegen bleiben schimmernd und eher flüssig. Ihre Eigenschaft ist, dass sie im Gegensatz zu den Lippenstiften, überhaupt nicht trocknen, sondern immer ein sehr flüssiges, cremiges Gefühl auf den Lippen hinterlassen.

Lipliner

Im Grunde muss man sich immer nur den englischen Namen angucken und diesen übersetzen. Lip = Lippe und line = umranden. Wir wollen mit einem Lipliner also unsere Lippen umranden.  Warum? Ganz einfach: Ohne das fies zu meinen, das folgende Problem haben eher die älteren Generationen unter uns: Es kommt nämlich gelegentlich vor, dass ein Lippenstift „ausblutet“ wenn man ihn aufgetragen hat. Das heißt er verläuft. Als wenn Tusche auf einem Blatt Papier einfach verläuft, ohne das man beeinflussen kann wohin. Dieses Problem entsteht entweder durch eine schlechte Qualität des Lippenproduktes, oder aber durch kleine, feine Fältchen, die  sich um die Lippen herum befinden. Im Laufe des Alters nimmt der Wasserhaushalt rapide ab und damit erschlafft auch die Haut. Ebenso die Lippen. Sie verlieren ihre Elastizität und können sich nicht mehr selbst begrenzen. So läuft der Lippenstift dann über die Lippen hinaus. Dagegen hilft ein Lipliner. Mit seiner Konsistenz schafft er eine neue, künstliche Barriere, damit der Lippenstift bleibt wo er ist. Lipliner gibt es in unzähligen Farben, für jeden Lippenstift den passenden. Früher war es eine Zeit lang sogar modern, den Lipliner eine Nuance dunkler als seinen Lippenstift zu  tragen. Mittlerweile kann man allen möglichen Quatsch damit machen. Einige behaupten, wenn man die Lippen komplett mit dem Liner an malt und erst dann den Lippenstift aufträgt, würde dieser länger halten. Meiner Meinung nach stimmt das nicht. Das einzige was passiert ist, das der Lippenstift durch die farbige Unterlage seine Farbe geringfügig ändert. Manchmal hilft es aber tatsächlich den Lipliner komplett auf die Lippen aufzutragen … nämlich wenn man ihn Solo trägt 😉


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Makeup
Ist der Überbegriff für alles, womit wir uns schminken. Der Überbegriff für alle Makeup-Produkte. Lippenstift, Foundation, Blush und Co. sind Teile unseres Makeups.

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P

Primer
Ist das gleiche wie die „Base“. Siehe oben.


 

R

Rouge
Ist das gleiche wie „Blush“. Siehe oben.


W

Obere und untere Wasserlinie

Jedes Auge hat Wimpern. Kurz bevor der Augapfel beginnt, gibt es einen schmalen Streifen, wo keine Wimpern sind. Dieser Streifen nennt sich Wasserlinie. Wir haben ihn sowohl am unteren Augenlid, als auch am oberen, wobei der obere zugegeben eigentlich nie zu sehen ist.

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Foto: http://www.br.de

 

Oberer und unterer Wimpernkranz

Der Wimpernkranz ist der Bereich, wo der Ansatz der Wimpern beginnt, sprich wo sie wachsen. Würde man an diesen Wimpernansätzen entlang fahren, hätte man einen Halbkreis geschafft oder eben einen Kranz nach gezeichnet. Den Ansatz, wo die Wimpern aus unserer Haut wachsen, nennt man Wimpernkranz. Es gibt ihn sowohl am oberen Augenlid, als auch am unteren.

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Foto: http://www.br.de

 



Ich hoffe, das hat dem einen oder anderen etwas gebracht! Fehlen hier noch Begriffe? Wenn euch noch welche einfallen, schreibt mir das gerne als Kommentar. Über liebe Kommentare freue ich mich immer sehr =)

Wenn ihr es bis hierhin geschafft habt, dann bedanke ich mich ganz herzlich für’s Lesen und sage Tschüß und bis zum nächsten Mal – mit euch!

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4 Gedanken zu “Mein Makeup Wörterbuch – die ungeschminkte Wahrheit über Fachbegriffe

  1. Du bist wirklich meine ganz persönliche Beauty-Queen!!! ❤ ❤ vielen Dank für Deine Mühe. Vieles ist mir natürlich bekannt, aber wie Du die Punkte zum Thema Base/Primer und Bronzer vs. Konturieren ausgearbeitet hast, hat mir super gefallen. Gerade bei letzterem konnte ich endlich eine Lücke schließen, die mir nie so ganz klar war 🙂

    Liebe Grüße,
    Sarah

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